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Das ISG-Syndrom ist eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. Von vielen übersehen, und oft falsch bezeichnet erfolgt keine Behandlung. Es kursieren Begriffe wie Beckenschiefstand und  Beinlängenunterschied, die in der Ärzteschaft oft nir ein müdes Lächeln hinterlassen. Für die Betroffenen folgt oft eine Odyssee, die von Behandler zu Behandler führt, und keinen Erfolg bringt. Lesen Sie hier, wie man einfach und schnell zum Erfolg kommen kann.

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Rückenschmerzen – ist es das ISG-Syndrom?

Andreas Bender  Heilpraktiker

Das Iliosakralgelenk (ISG)

Die IS-Gelenke befinden sich zwischen den Beckenknochen und dem Kreuzbein und verbinden die Wirbelsäule mit den Hüften. Die beiden Gelenke spielen eine wichtige Rolle für die Stoßdämpfung und Beweglichkeit des Beckens beim Gehen, Laufen, Heben und auch beim Sitzen. 

Anatomie der Iliosakralgelenke

Die rot eingezeichneten Linien zeigen die Lage der Iliosakralgelenke. Sie verbinden die Basis der Wirbelsäule (Sacrum) mit den Hüftknochen (Ilium), daher der Name. Was sie auf der schematischen Darstellung nicht sehen, sind starke Bänder und Muskeln, die diese Gelenke unterstützen. Das IS-Gelenk ist ein mit Flüssigkeit gefülltes, sog. Synovialgelenk. Ein echtes Gelenk. Diese Art von Gelenken hat freie Nervenenden, die chronische Schmerzen verursachen können, wenn das Gelenk degeneriert oder sich nicht richtig bewegt.

Das Bewegungsausmaß im Gelenk selbst ist sehr gering. Das Becken „kippt“ nur im Millimeterbereich Mit zunehmendem Alter werden unsere Gelenkstrukturen arthritisch und die Bänder versteifen sich. Wenn sich der Knorpel abnutzt, können die Knochen aneinander reiben und Schmerzen verursachen. Diese Veränderungen innerhalb des ISG bilden die Ursache/n für das ISG-Syndrom.

Es gibt aber noch einen weiteren, wesentlich wichtigeren Aspekt, der für Rückenschmerzen, ausgehend vom ISG verantwortlich ist. Diese Beschwerden sind weit häufiger anzutreffen, als das ISG-Syndrom.

 

Das Beschwerdebild des ISG-Syndroms

Mechanische Funktionsstörungen des Iliosakralgelenks können zu Schmerzen und verminderter Beweglichkeit führen.  Die Symptome werden oft als Schmerzen über dem hinteren IS-Gelenk beschrieben. Der  Schweregrad variiert.

Der Schmerz kann sich dabei von der Leiste über den Trochanter major, von der Oberschenkelrückseite bis zum Knie und manchmal von der seitlichen oder hinteren Wade bis zum Sprunggelenk, zum Fuß und zu den Zehen erstrecken. Entzündungen, Spiel im Gelenk, degenerative Veränderungen, Unfälle, schweres Verheben, Stürze auf das Gesäß u.a. können dafür verantwortlich sein. Diese Beschwerden können sehr hartnäckig und schwer behandelbar sein.

Es gibt allerdings große Fallzahlen von Rückenschmerzen, die ebenfalls auf das ISG zurückzuführen sind, sich in ihrer Entstehung jedoch wesentlich von den direkt im ISG vorliegenden Problemen unterscheiden.  

Rückenschmerzen -Wenn das Becken kippt

In meiner langen Praxistätigkeit habe ich hunderte von Fällen mit Rückenschmerzen behandelt, die ihren Ursprung im ISG hatten, aber nicht dem Beschwerdebild des ISG-Syndroms entsprachen. Es handelt sich vor allem um Beschwerden des oberen Rückens. 

Wenn wir uns die Lage des ISG vergegenwärtigen, fällt auf, das das ISG das Zentrum unserer Körpermechanik, unseres Skeletts, bildet. Die Position unseres ISG bestimmt die Stabilität und Geometrie in Richtung zu den Füssen, aber eben auch nach oben, bis hin zur Halswirbelsäule. Dazu wieder eine Grafik:

 

Die blaue Linie bildet die Drehachse, um die die Beckenschaufeln sowohl nach vorne wie auch nach hinten „kippen“ bzw. drehen können. Wie schon beschrieben sind dies jeweils nur wenige Millimeter, aber es ist definitiv eine Drehachse. Beim jedem Schritt und jeder Bewegung kippen unsere Beckenschaufeln entweder nach vorn oder nach hinten.

An dieser Stelle bekommt der Begriff der ISG-Blockade eine ganz neue Bedeutung. Es ist tatsächlich so, dass ein IS-Gelenk blockiert, d.h. es gelangt nicht mehr zurück in die symetrische Ausgangsposition. Und nun schauen Sie bitte genau hin. Wo befindet sich die horizontale Drehachse (blaue Linie)? Wenn eine Beckenschaufel kippt, gleich ob nach vorne oder nach hinten, das Hüftgelenk hebt sich. Bleibt dies so, seht der betreffende Mensch schief, läuft schief, sitzt schief. Sämtliche Bewegungspositionen sind verschoben. Auch die Position des Oberschenkelknochens im Hüftgelenk ist verschoben. Dies alles führt zu einer Beinlängendifferrenz, die gar keine ist. Das Bein ist lediglich höher aufgehängt. Die Beinlage! der Beine zueinander kann also dazu dienen, einen Beckenschiefstand, oder besser eine ISG-Blockade, festzustellen.

Wichtig ist aber auch das nachfolgende Verkippen der Lumbalwirbel, denn die Basis, das Becken, steht schief, ist um die horizontale Achse verkippt. Wenn aber die Wirbel in ihrer horizontalen Ausrichtung zu einer Seite hin verkippen, dann werden austretende Nerven beschädigt. In diesem Fall einer oder mehrere Äste des Ischiasnervs. Diese Problematik reicht bis zu einem lumbalen Bandscheibenvorfall. Und darum geht es in diesem Artikel, denn diese Beschwerden sind weit häufiger als eine ISG-Syndrom mit den Beschwerden im ISG selbst.

Wenn nun aber die untere Wirbelsäule verkippt ist, würde die Wirbelsäule diese Schiefstellung bis hin zum Kopf fortsetzen. Der Kopf wäre zur Seite geneigt. Wenn sie einen Turm an seiner Basis schief stellen, dann ist die Spitze von der Auslenkung weit mehr zu Seite geneigt, als die Basis. Der Winkel ist natürlich gleich. Damit es aber eben nicht zu dieser Auslenkung kommt, und unser Geleichgewichtssinn eben diese „Schräglage“ melden müsste, kippt die Wirbelsäule an zei weiteren Stellen, um den Kopf in eine gerade Position bringen zu können. Im Brustwirbel- und im Halswirbelbereich.

Bei Beschwerden in diesen Bereichen macht es also überhaupt keinen Sinn isoliert zu behandeln, ohne zuvor das Becken zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren.

Die Behandlung

Das ISG-Syndrom selbst kann ebenfalls durch eine Blockierung mit anschließend dauerhafter Fehlstellung  verursacht sein. Die Fehlstellung selbst ist durch eine einfache, händische Korrektur behebbar.

Liegt jedoch eine Entzündung im IS-Gelenk vor, ist es durch die permante Belastung des Gelenkes aufwändiger, diese Entzündung zum Abheilen zu bringen. Die chiropraktische Behandlung alleine führt in der Regel nicht zum Erfolg. Die Schulmedizin setzt auf ein Gemisch aus Anästhetika und Kortikosteroiden, die in das entzündete Gelenk injiziert werden. Wird eine existierende Fehlstellung nicht behoben, führt die Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg.

Der ganzheitlicherer Ansatz besteht aus chiropraktischer Manipulation, physikalischer Therapie, und Dehnungsübungen. Zusätzlich helfen natürliche, entzündungshemmende Medikamente und/oder topische Pflaster, Cremes oder Salben.

Im Rücken existierende Beschwerden verschwinden in der Regel nach der Korrektur der Fehlstellung. Der gesamte Rücken gelangt durch diese Korrektur wieder in eine ausgeglichene Haltung. Wirbel kehren in ihre angestammte Position zurück, Sehnen und Bänder können sich entspannen. Oft jahrelang bestehnde Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind innerhalb weniger Tage Vergangenheit. Liegt noch zusätzlich eine Blockierung im Bereich der Brustwirbelsäule vor, so muss auch diese gelöst werden, was ebenfalls sehr einfach von statten geht.

Eine für wesentliche Erfahrung zeigt, dass die Korrektur ohne manuelle Manipultion fast nie gelingt. Die Blockierungen sind oft derart stabil, das ohne eine kundige Hand keine Lösung erfolgt. Ich habe so viele Patienten vom Cranisakral-Therapeuten oder Osteopathen kommen sehen, deren Blockierungen nicht aufgelöst waren. Man kann dies innerhalb 5 Minuten ganz einfach feststellen, genau wie man den Erfolg der Behandlung unmittelbar kontrollieren kann. Noch in der Praxis spüren die Patienten die Veränderung. 

Ist die Korrektur dauerhaft stabil?

Ein häufig gestellte und wichtige Frage. Die Antwort lautet, dass die Stabilität der Korrektur weder vom Alter, noch vom Trainingszustand des Menschen abhängt. Selbst kräftige Menschen erfahren immer und immer wieder ISG-Blockierungen. Auch starke Muskeln verhindern nicht die Möglichkeit von dauerhaften Fehlstellung, sodaß ein Training alleine die Veranlagung zu derlei Beschwerden nur minimal herabsetzt.

Das Einzige, was die Neigung zu ISG-Blockierungen aufhebt, ist die Arbeit an der Psyche. Emotionen spielen eine entscheidende Rolle.

Wer also Rückenbeschwerden hat, sollte sich als aller erstes das ISG untersuchen lassen. Dies geht sehr schnell, und bei einer Blockierung ist nach ca. 20-30 Minuten die Arbeit getan. Bei richtigem Vorgehen ist die Beschwerdefreiheit oder wesentliche Besserung schnell erreicht. In der Regel spätestens nach einer Woche, oft schon nach ein bis zwei Tagen.

Dies kann immer wieder widerholt werden. Die Baehandlung ist weder schmerzhaft, noch verursacht sie Verschleiß oder Ähnliches.

Kommen die Blockierungen immer wieder, würde ich mir Gedanken zu einer tiefergehenden Bearbeitung des Problems machen. Auch diese Arbeit ist einfach, ich nenne es Ablösung emotionaler Blockaden.

Diese Arbeit wird in einem gesonderten Artikel beschrieben.

Niemand kann Ihnen die Verantwortung für Ihr Leben und ihre Gesundheit abnehmen.

Ich wünsche Ihnen beste Gesundheit