Mitochondrale Erkrankungen

Intakte Mitochondrien, ehemalige bakterielle Zellsymbionten, die in allen menschlichen Zellen ausser in den roten Blutkörperchen vorkommen, produzieren mit Hilfe von molekularem Sauerstoff (O2) 90% des für die menschlichen Zellen lebensnotwendigen Energieträgermoleküls Adenosintriphosphat (ATP).

Erst seit Ende der neunziger Jahre weiß man von der NO-Gas-Produktion in menschlichen Zellen und von der Existenz zweier Formen von T-Helferimmunzellen (TH1-TH2) mit und ohne NO-Gasproduktion. Wichtig in diesem Zusammenhang ist ebenfalls die Tatsache, das die Elimination von intrazellulären Erregern (wie bei Borreliosen und Rickettsiosen) von den TH1-Zellen und deren NO-Gasproduktion erledigt werden sollte, bzw. beim Gesunden auch erfolgt. Die Schwächung der Sauerstoffatmung in den Mitochondrien kann nun genau durch NO-Gas und seinen Derivaten erfolgen, dem sogenannten nitrosativen Stress. Hier liegt einer der Gründe für die Entwicklung mitochondraler Erkrankungen.

wichtig!

Es gibt vermehrt starke Hinweise dafür, daß eine andauernde NO-Gas-Überstimulation (Stickoxyd) als Gegenreaktion zum gesteigerten Zellzerfall und/oder im Falle der T-Helferimmunzellen zu einem sogenannten TH1-TH2-Switch mit Hemmung der zelleigenen NO-Produktion und Störung der Sauerstoffatmung der Mitochondrien führt. Deshalb sind einige erklärende Sätze zum Thema NO-Gas und TH1 und TH2 Zellen notwendig.

TH1 TH2 Zellen

Ganz vereinfacht ausgedrückt dirigieren die Th1-Zellen die Abwehr gegen Krankheitserreger wie Viren und Bakterien, während Th2-Zellen zum Beispiel gegen Wurmparasiten wirksam werden. Dabei werden die sog. IgE-Antikörper gebildet, die in Verbindung mit Mastzellen zur Beseitigung der lästigen Parasiten beitragen. Ich betone besonders die Funktion gegen Erreger, weil viele Krankheiten mit Erreger-Belastung einher gehen. Anders gesagt: Mitochondrale Erkrankungen und/oder Erkrankungen, die auf eine Verschiebung der TH1/Th2-Zellpopulationen hinweisen, zeigen eine starke Verbindung zu Erregern wie Bakterien, Viren, Würmern und anderen Parasiten wie Protozoen usw..

Bei gesunden Menschen besteht eine Balance zwischen TH1- und TH2 Zellen. Allergiker aber haben z.B. deutlich mehr Th2-Zellen. Das erklärt zwar die Überproduktion von IgE-Antikörpern, aber noch nicht, warum das Immunsystem eines Allergikers aus dem Gleichgewicht und in die TH1/TH2-Dysbalance geraten ist. Das jeweils zu klären, ist Aufgabe eines mit dieser Thematik vertrauten Therapeuten.

Hier zunächst Erkrankungen, die auf eine Verschiebung der TH1/TH2-Polpulation hinweisen.

Übergewicht der TH2-Reaktion (TH2-Shift)

- Epstein Barr
- Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
- Ekzeme
- Allergien
- verstärkte Histaminreaktionen
- CFS - Chronic Fatigue Syndrom - chron. Erschöpfungssyndrom
- Leaky gut Syndrom - Erkrankung der Darmschleimhaut
- Schnupfen, allergischer - Pollinosis - Heuschnupfen
- Bindehautentzündung
- Lupus Erythematodes
- allergisches Asthma bronchiale
- Nahrungsunverträglichkeit IgE Typ und IgG1 Typ
- Mykosen (Pilzerkrankung) wie z.B. Candida, Aspergillus, Penicilium
- Hepatitis Typ B und C
- HIV
- Syphilis
- Tuberkulose (Miliare)
- Chronische Vaginitis / Kolpitis (Scheidenentzündung)
- Tumoren (bes. gyn. Tumore)
- HPV-Infektionen (Humane Papilloma-Viren)
- Systemische Arteriosklerose

Übergewicht der TH1-Reaktion (TH1-Shift)

- Autoimmunerkrankungen wie die Basedow Krankheit, Hashimoto Schilddrüsenentzündung
- Multiple Sklerose
- Sarkoidose
- Tuberkulose (Lymphknoten, abgekapselte Formen)
- Diabetes mellitus Typ I - Insulinpflichtige Zuckerkrankheit
- Sjögren- Syndrom
- Depressionen (endogene)
- Kontaktdermatitis (z.B. auf Nickel)
- Schwermetallbelastungen
- Psoriasis (Schuppenflechte)
- Darmparasiten
- Morbus Crohn
- Schistosomiasis
- Abortneigung

Bedeutung des NO-Gases

- NO-Gas ist einer der Hauptfaktoren der Viren- und Bakterienbekämpfung durch die Makrophagen unsreses Immunsystems.

- NO-Gas bewirkt die Öffnung der Blutgefäße. (Wichtig zum Beispiel bei der Errektion des Penis)

- NO-Gas verhindert, dass Entzündungszellen in die Gefäßwand einwandern. Jeder Vorgang, der zu einer Erniedrigung der NO-Bildung führt, beschleunigt Arteriosklerose.

- NO-Gas verhindert die Verklumpung von Blutplättchen.

- NO-Gas sorgt für eine gute Sauerstoffversorgung der Gewebe. Ohne NO-Gas ist trotz hoher Sauerstoffsättigung des Blutes kein hoher Sauerstoff-Partialdruck des Gewebes garantiert.

- NO-Gas erhöht die Insulinsensibilität. (Wichtig bei Diabetes)

- NO-Gas schützt vor Herzkrankheiten

- NO ist ein Neurotransmitter, also ein Nervenbotenstoff

Nitrosativer Stress

Wie kommt es nun zu der bereits erwähnten NO-Gas-Überstimulation und den Folgen der Schwächung der Mitochondrien und einer Verschiebung der TH1/TH2-Balance. Nimmt man die aus der TH1/TH2-Dysbalance enstehenden Krankheiten dazu, wächst die Zahl zusammen mit den mitochondralen Erkrankungen noch einmal gewatig an. Wenn Sie an einer oder mehreren in diesem Abschnitt Krankheiten oder Symptomen leiden, sollten Sie unbedingt eine mitochondral wirksame Therapie in Erwägung ziehen und eventuelle Belastungsfaktoren vermeiden. Ich berate Sie in diesem Zusammenhang ausführlich.

Gepulste Strahlung

Ganz stark in der Diskussion sind gepulste, elektromagnetische Felder, beispielsweise aus Mobil- und Kommunikationsfunk (Mobiltelefone, WLAN, Schnurlostelefone= ECT usw.)

Nitrosamine

Nitrosamine sind z.B. enthalten in Getränken, Kosmetika, Tabak und Tabakrauch, Trockenmilch. Ebenfalls fallen sie in der Gummi- und Reifenindustrie sowie der Metall-verarbeitender Industrie an, und gelangen in die Umwelt.

Nitrite/Nitrate

Anreicherung von Nitraten aus dem Stickstoffdünger der Landwirtschaft in unseren Nahrungsmitteln

Konservierungstoffe in Lebensmitteln (z.B. in Fleisch, Wurst, Schinken usw.), in Form von Natriumnitrit

Medikamente

CSE-Hemmer (Statine!) zur Senkung des Blutcholesterins steigern die NO-Synthese
Antibiotika werden im Körper zu NO und Nitrosaminen verarbeitet.
Zyostatika und neurotoxische Substanzen wie Platinpräparate bewirken eine erhöhte NO-Gas-Last.

Leistungssport und Streß

Starke körperliche Belastung (z.B. Marathon) bewirkt eine erhöhte NO-Gas-Ausschüttung im Körper mit gleichzeitig erhöhtem Sauerstoffumsatz in den Mitochondrien. Stress vermag dies aus.

Chronische Infektionen

Die NO-Gas-Produktion wird bei hoher und/oder andauernder Antigen-Belastung über Bakterien/Viren stimuliert.

Beispiele mitochondrialer Erkrankungen

Insgesamt werden über 200 definierte Krankheiten beschrieben, darunter Krebs, Schwere Myopathien (Erkrankungen der Muskeln), Enzephalopathien (Erkrankungen des zentralen Nervensystems), Alzheimer, Parkinson, Diabetes mellitus, Herzdefekte, Multiple Sklerose (MS), Fibromyalgie, Chronische Arthrosen, Migräne, Hyperlipidämien (Fettstoffwechselstörungen), Adipositas, div. Alterskrankheiten usw.

Auge

Ptosis, Ophthalmoplegie, Optikusatrophie, Retinitis pigmentosa, Katarakt, Nystagmus

Ohr

Innenohrschwerhörigkeit, Taubheit

Skelettmuskulatur

Myopathie, generalisierte Muskelhypotonie, Belastungsintoleranz, Rhabdomyolyse

Zentrales Nervensystem

Ataxie, Hirnstammsymptomatik, Entwicklungsretardierung, Epilepsie, Myoklonus-Epilepsie, progressive Myoklonus-Epilepsie, Demenz, periphere Neuropathie, Migräne, Dystonie, Paraplegie, schlaganfallsähnliche Attacken, Basalgangliendegeneration, Basalganglienverkalkung

Herz

Kardiomyopathie (hypertroph, dilatativ), Herzreizleitungsstörungen (z.B. Arythmien)

Hormonelles System

Diabetes mellitus, Hyperparathyreoidismus

Therapie mitochondraler Erkrankungen

Der Vielzahl der aufgezählten Erkrankungen liegen bestimmte Gemeinsamkeiten zu Grunde, die Schädigung mitochondraler Funktionen sowie ein aus dem Gleichgewicht geratene TH1/TH2-Balance. Man darf also mir Recht eine Besserung erwarten, wenn diese Probleme wirksam angegangen werden (die Behandlung genetisch bedingter Erkrankungen ist nicht Gegenstand dieser Ausführungen).

Neben der Reduktion bzw. Eleminierung der genannten Belastungsfaktoren steht die Behandlung von Erregern (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) im Vordergrund. Zusätzlich kommen Substanzen wie Glutathion, Curcurminextrakt usw. zum Einsatz, die die sog. mitochondrale Atmungskette unterstützen, bzw. dortige Fehler beheben/überbrücken können. Die Wirksamkeit dieser Substanzen ist inzwischen über wissenschaftliche Studien/Arbeiten belegt. Ebenso lege ich in meinen Behandlungen besonderen Wert auf die Membranpotentiale der Zellen, damit ein regelrechter Zellstoffwechsel wieder möglich wird. Die von mir weiter oben anegührten Methoden besizen das Potential, in die hier genannten Richtungen zu wirken.